Wuppertaler Schauspiel und TiC bringen Yasmina Rezas „Kunst“ gemeinsam auf die Bühne

Daniel H/CCA



Drei Freunde, ein weißes Bild und ein Streit mit unerwarteten Folgen

Das Schauspiel Wuppertal und das Theater in Cronenberg (TiC) haben sich für eine gemeinsame Produktion zusammengetan. Auf dem Spielplan steht Yasmina Rezas Komödie „Kunst“, die seit ihrer Uraufführung 1994 zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Theaterstücken zählt. Die aktuelle Inszenierung verbindet Schauspieler des Wuppertaler Theaters mit einem langjährigen Ensemblemitglied des TiC und nimmt die Dynamik einer langjährigen Freundschaft in den Mittelpunkt.

Regie führt TiC-Geschäftsführer Ralf Budde. Für das Bühnenbild zeichnet Manfred Marczewski-Achilles verantwortlich. Die Ausstattung ist bewusst reduziert und konzentriert die Aufmerksamkeit auf die drei Figuren und deren Konflikt.

Ein Gemälde als Auslöser

Im Zentrum stehen drei Männer, die seit rund 15 Jahren miteinander befreundet sind. Serge, gespielt von Andreas Mucke, erwirbt für einen hohen Preis ein nahezu vollständig weißes Gemälde mit feinen weißen Linien. Für ihn besitzt das Werk einen besonderen künstlerischen Wert. Sein Freund Marc, dargestellt von Thomas Braus, kann die Begeisterung dafür nicht nachvollziehen und lehnt das Bild entschieden ab.

Alexander Peiler übernimmt die Rolle des Yvan, der zunächst versucht, zwischen den beiden Freunden zu vermitteln. Aus der Auseinandersetzung über ein Kunstwerk entwickelt sich jedoch zunehmend ein grundsätzlicher Konflikt.

Die Komödie nutzt den Streit als Ausgangspunkt, um die Beziehungen der drei Männer offenzulegen. Was zunächst wie eine Diskussion über Geschmack und Kunstverständnis erscheint, führt schnell zu persönlichen Vorwürfen. Unterschiedliche Vorstellungen von Freundschaft, gesellschaftlichen Werten und gegenseitiger Anerkennung treten hervor.

Zwischen Komik und persönlicher Abrechnung

Rezas Stück lebt dabei von der zunehmenden Offenheit der Figuren. Je stärker der Konflikt eskaliert, desto weniger halten sich die Freunde mit Rücksicht aufeinander zurück. Alte Spannungen und persönliche Verletzungen gelangen an die Oberfläche. Die Auseinandersetzung über das Gemälde wird damit zum Spiegel ihrer Beziehungen.

Thomas Braus gestaltet Marc mit großer Präzision und einer zunehmend kompromisslosen Haltung. Alexander Peiler gibt Yvan die Rolle desjenigen, der zwischen den Fronten steht und dabei selbst immer stärker in den Konflikt hineingezogen wird. Andreas Mucke verkörpert Serge, den Besitzer des umstrittenen Kunstwerks.

Mucke bringt dabei eine besondere Verbindung zur Produktion mit. Der ehemalige Wuppertaler Oberbürgermeister ist seit vielen Jahren als Darsteller mit dem TiC verbunden und steht in dieser Produktion gemeinsam mit den beiden Profis des Schauspiel Wuppertal auf der Bühne.

Nach der Pause verschiebt sich der Schwerpunkt des Abends zunehmend vom komödiantischen Schlagabtausch zum persönlichen Beziehungsdrama. Die Freundschaft der drei Männer steht nun unmittelbar auf dem Spiel. Dennoch findet die Geschichte eine versöhnliche Auflösung.

Weitere Vorstellungen in Wuppertal

Die Produktion ist zunächst am 9., 11., 15. und 31. Oktober 2026 im Theater am Engelsgarten zu sehen. Im Januar und Februar 2027 folgen neun Vorstellungen im TiC. Weitere vier Termine im Theater am Engelsgarten sind für April, Mai und Juli 2027 vorgesehen.

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