Weniger Fördermaßnahmen und zurückhaltende Personalpolitik belasten den Arbeitsmarkt
Wuppertal – Zum Stichtag Ende Mai 2025 verzeichnete die Stadt Wuppertal 20.130 arbeitslos gemeldete Personen. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 125 Personen beziehungsweise 0,6 Prozent. Im Jahresvergleich ergibt sich ein deutliches Plus von 2.659 Personen, was einem Anstieg von 15,2 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 10,7 Prozent – ein Jahr zuvor betrug sie noch 9,2 Prozent.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist die deutlich reduzierte Anzahl an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des Jobcenters. Im Vergleich zum April 2025 standen rund 300 Plätze in Aktivierungs- und Qualifizierungsprogrammen weniger zur Verfügung. Diese Kürzungen wirken sich unmittelbar auf den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Bereich der Grundsicherung (SGB II) aus.
Während die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich (SGB III) tendenziell leicht rückläufig ist, nimmt sie im Bereich der Grundsicherung weiter zu. Verantwortlich dafür sind insbesondere die haushaltsbedingten Einschränkungen in der Förderpraxis der Jobcenter. Zusätzlich zeigen sich viele Unternehmen weiterhin zurückhaltend bei Neueinstellungen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf einem insgesamt niedrigen Niveau.
Im Mai 2025 meldeten sich insgesamt 3.278 Personen neu oder erneut arbeitslos, während 3.163 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Die Agentur für Arbeit erhielt im Berichtsmonat 209 neue Stellenangebote, 33 mehr als im Vormonat. Dennoch zeigt der Jahresvergleich einen Rückgang: Seit Jahresbeginn wurden 283 Stellen (minus 21,4 Prozent) weniger gemeldet als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Bestand offener Stellen liegt aktuell bei 953 – ein Plus von 53 gegenüber dem Vormonat, aber 122 weniger als im Mai 2024.
Von Arbeitslosigkeit betroffen sind derzeit 1.784 junge Menschen unter 25 Jahren. Das sind 15 Personen (minus 0,8 Prozent) weniger als im April, jedoch 243 Jugendliche (plus 15,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Besonders auffällig ist auch der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit: 8.667 Personen sind aktuell betroffen, ein Zuwachs von 1.549 Menschen (plus 21,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. 93,4 Prozent dieser Gruppe werden durch das Jobcenter im Rahmen der Grundsicherung betreut.
Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen in Maßnahmen, in Krankheit oder aus anderen Gründen nicht Erwerbstätige einbezieht, umfasst derzeit 26.331 Personen. Im Vergleich zum Vormonat ergibt sich ein Rückgang um 425 Personen, gegenüber dem Vorjahreswert liegt die Zahl um 1.737 Personen (minus 6,2 Prozent) niedriger.
Anstieg der Arbeitslosenquote in Wuppertal auf 10,7 Prozent
Danielh/CCA