Bürgerprojekt „StraßenOase“ in Wuppertal nach politischer Ablehnung erfolgreich umgesetzt

Anka/CCA



Ein studentisches Projekt zur temporären Umgestaltung eines Straßenabschnitts in Wuppertal ist trotz politischer Ablehnung realisiert worden. Die Initiative „StraßenOase“ zielte darauf ab, einen rund 50 Meter langen Bereich der Wichlinghauser Straße zeitweise in einen begrünten Aufenthaltsraum mit Sitzmöglichkeiten, kulturellen Angeboten und gemeinschaftlichen Aktivitäten zu verwandeln.
Ausgangspunkt war eine Zusammenarbeit zwischen der Bergischen Universität und lokalen Initiativen. Die zuständige Stadtverwaltung hatte dem Vorhaben zunächst zugestimmt, nachdem Fragen zur Verkehrssicherheit sowie zur Durchfahrt von Bussen und Rettungskräften geklärt worden waren. In der Bezirksvertretung Oberbarmen fand das Projekt jedoch keine Mehrheit. Mit neun von elf Stimmen wurde die geplante Straßensperrung abgelehnt, unter Verweis auf Sicherheitsaspekte und mögliche Belastungen für Anwohner durch Umleitungen.

Neuausrichtung nach politischer Entscheidung

Nach der Entscheidung stand das Projekt kurzfristig vor dem Aus. Ein Teil der Beteiligten zog sich zurück, während andere Akteure die Initiative weiterverfolgten. In enger Abstimmung zwischen Studierenden, lokalen Vereinen, Initiativen und Anwohnern wurde innerhalb kurzer Zeit ein alternatives Konzept erarbeitet. Als neuer Veranstaltungsort wurde das Gelände des BOB-Campus zwischen Wichlinghauser Straße und Max-Planck-Straße festgelegt.
Binnen drei Wochen entstand ein Stadtteilfestival mit einem mehrstündigen Programm. Neben der temporären Begrünung durch großformatige Pflanzinstallationen umfasste die Veranstaltung kulturelle und soziale Angebote. Musik, Bewegungsangebote sowie gemeinschaftlich organisierte Verpflegung prägten das Bild. Lokale Akteure und Bewohner beteiligten sich aktiv an der Gestaltung des Programms.

Politischer Dialog und konkrete Perspektiven

Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war eine Diskussionsrunde zur zukünftigen Entwicklung des Quartiers. Vertreter mehrerer politischer Parteien tauschten sich gemeinsam mit Anwohnern und einem Stadtforscher über Perspektiven für Wichlinghausen aus. Im Ergebnis wurde vereinbart, ein Verkehrskonzept unter Einbindung der Nachbarschaft zu entwickeln.
An dem Festival im Juli 2025 beteiligten sich mehrere Dutzend Anwohner aktiv. Die Veranstaltung verdeutlichte das Potenzial bürgerschaftlichen Engagements für die Gestaltung urbaner Räume und zeigte Möglichkeiten auf, auch unter veränderten Rahmenbedingungen Projekte umzusetzen.

Projekt mit übertragbarem Ansatz

Die „StraßenOase“ entstand im Rahmen des Masterstudiengangs Public Interest Design und wurde von einem Netzwerk aus städtischen Stellen, dem BOB Kulturwerk, dem Quartierbüro VierZwoZwo sowie weiteren Initiativen getragen. Die Finanzierung erfolgte über einen kommunalen Fonds zur Förderung von Quartiersprojekten. Das Konzept basiert auf einem modularen Ansatz, der eine flexible Übertragung auf andere Stadtteile ermöglicht.
Für das Engagement im Rahmen des Projekts wurde eine der Initiatorinnen Ende 2025 mit dem zweiten Platz eines erstmals vergebenen Ehrenamtspreises der Bergischen Universität ausgezeichnet.

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