Große Nachfrage nach Schwimmkursen in Wuppertal: Alle Plätze bereits vergeben

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Wuppertal bietet in den Herbstferien 22 geförderte Schwimmkurse für Kinder an. Insgesamt 260 Teilnehmer sollen ihre Schwimmfähigkeiten verbessern und Sicherheit im Wasser gewinnen. Das Interesse ist groß: Sämtliche Plätze waren bereits kurz nach der Freischaltung der Anmeldung belegt.

Schwimmen lernen steht bei vielen Familien in Wuppertal weit oben auf der Wunschliste. Das zeigt die hohe Nachfrage nach dem Landesförderprogramm „NRW kann schwimmen“, das Kindern in den Ferien den Zugang zu qualifiziertem Schwimmunterricht ermöglicht. In den Herbstferien werden in der Stadt 22 Kurse angeboten. Damit gehört Wuppertal landesweit zu den Kommunen mit dem umfangreichsten Angebot.

Lediglich Neuss mit 30 Kursen und Herne mit 28 liegen in diesem Herbst vor Wuppertal. Landesweit umfasst das Förderprogramm 280 Kurse in 33 Kommunen. Die Umsetzung in Wuppertal gilt seit dem Start des Programms im Jahr 2009 als besonders umfangreich.

260 Kinder lernen in den Herbstferien schwimmen

Die Kurse finden an drei Standorten statt: Acht Angebote gibt es jeweils in der Schwimmoper und im Leistungszentrum, sechs weitere im Gartenhallenbad Langerfeld. Insgesamt profitieren 260 Kinder von der Förderung.

Bei einem Besuch in der Schwimmoper informierte sich Verena Ramrath von der NRW-Landesstelle für den Schulsport über die Umsetzung des Programms. Seit dem Sommer ist sie dort tätig und verschaffte sich vor Ort einen Eindruck von der langjährigen Arbeit in Wuppertal. Begleitet wurde sie unter anderem von Desiree Richter vom städtischen Sportamt sowie von Schwimmassistenten, die die Kinder während des Unterrichts betreuen.

Die Kurse richten sich an Kinder, die bislang nur wenig Erfahrung mit Wasser haben oder noch nicht sicher schwimmen können. Einige Teilnehmer sind bereits acht oder zehn Jahre alt, ohne zuvor mit ihren Eltern im Schwimmbad gewesen zu sein. Entsprechend wichtig ist zunächst die Wassergewöhnung. Die Kinder sollen Vertrauen gewinnen und ihre anfängliche Unsicherheit überwinden.

Darauf aufbauend üben sie grundlegende Schwimmtechniken, insbesondere Brust- und Rückenschwimmen. Das Ziel ist, sich am Ende des zweiwöchigen Kurses möglichst sicher im Wasser bewegen zu können.

Schwimmabzeichen als Orientierung

Der Unterricht findet von Montag bis Freitag statt und umfasst täglich 45 Minuten. Als anspruchsvolles Ziel gilt das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze. Dafür müssen die Kinder unter anderem 200 Meter innerhalb von höchstens 15 Minuten schwimmen, einen Gegenstand aus zwei Metern Wassertiefe heraufholen, einen Startsprung absolvieren und die Baderegeln kennen.

Nicht alle Teilnehmer werden diese Anforderungen innerhalb der kurzen Kursdauer erfüllen können. Auch das Seepferdchen oder deutliche Fortschritte bei der Wassergewöhnung gelten deshalb als wichtige Erfolge.

Wie schnell sich die Fähigkeiten entwickeln können, zeigte sich am sechsten Kurstag in der Schwimmoper. Die achtjährige Tilda, die anfangs Angst vor dem Wasser hatte, wagte sich inzwischen mit einer Schwimmnudel in das große Becken. Schwimmassistent Onur Simsek begleitete sie dabei im Wasser. Auch bei anderen Kindern waren Fortschritte erkennbar.

Einige Teilnehmer streben sogar das Schwimmabzeichen in Silber an. Finn Quell, der seit Jahren als Schwimmassistent tätig ist, erlebt regelmäßig, wie sich die anfängliche Zurückhaltung der Kinder in wachsende Sicherheit und sportlichen Ehrgeiz verwandelt.

Zu wenige Schwimmassistenten für weitere Angebote

Die Organisation der Kurse übernimmt der Schwimmverband Wuppertal, der auch die Schwimmassistenten einsetzt. Diese unterstützen den Unterricht und ermöglichen eine intensive Betreuung der Kinder. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, ausreichend Personal für die Angebote zu gewinnen.

Besonders in den Sommerferien ist die Suche nach geeigneten Helfern eine Herausforderung. Deshalb beschränkt der Schwimmverband seine Beteiligung am Programm „NRW kann schwimmen“ auf die Oster- und Herbstferien. Auch in anderen Städten wird das Angebot aus personellen Gründen auf bestimmte Ferienzeiten begrenzt.

Der Verband engagiert sich darüber hinaus in der Schwimmoffensive, bei der er Wuppertaler Schulen beim Schwimmunterricht unterstützt. Beide Initiativen sollen dazu beitragen, dass mehr Kinder grundlegende Schwimmfähigkeiten erwerben.

Geringe Teilnahmegebühr dank öffentlicher Förderung

Für die zweiwöchigen Kurse zahlen die Familien lediglich zehn Euro pro Kind. Die niedrige Gebühr soll sicherstellen, dass das Angebot unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern genutzt werden kann. Die Einnahmen reichen allerdings nicht aus, um die Vergütung der Schwimmassistenten vollständig zu finanzieren.

Das Programm wird deshalb durch das Land Nordrhein-Westfalen sowie Sponsoren wie die AOK und die Unfallkasse NRW unterstützt. Nach Abschluss der Kurse werden die erworbenen Schwimmabzeichen und die Zahl der erfolgreichen Prüfungen dokumentiert, damit die Förderer die Ergebnisse nachvollziehen können.

In der Schwimmoper endet der Unterricht aufgrund der anstehenden NRW-Meisterschaften bereits am Donnerstag. Im Leistungszentrum und im Gartenhallenbad Langerfeld finden die letzten Kurstage am Freitag statt. Zum Abschluss werden die Schwimmprüfungen abgenommen und Teilnahme- sowie Leistungsurkunden ausgegeben.

Das Landesprogramm ist zunächst bis 2028 ausgeschrieben. Die hohe Nachfrage in Wuppertal unterstreicht den Bedarf an zusätzlichen Schwimmkursen für Kinder, während die begrenzte Zahl verfügbarer Schwimmassistenten den Ausbau des Angebots erschwert.

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