Am Alten Markt in Wuppertal-Barmen hat der Aktionsbus „Adenauer SRP+“ Station gemacht. Hinter dem Projekt steht das Zentrum für Politische Schönheit, das mit einer bundesweiten Tour für demokratische Werte, Medienkompetenz und gesellschaftliches Engagement werben will. Organisiert wurde die begleitende Kundgebung von der Bezirksschülervertretung Wuppertal.
Der mobile Informationsstand thematisiert unter anderem die Forderung nach einem Verbot der AfD. Der Name der Aktion nimmt Bezug auf das historische Verbot der Sozialistischen Reichspartei in den 1950er-Jahren unter Bundeskanzler Konrad Adenauer. Vor Ort wurden Vorträge, Informationsangebote und interaktive Formate für Jugendliche und Besucher angeboten.
Kritiker werfen dem Zentrum für Politische Schönheit jedoch vor, mit seinen Kampagnen gezielt politische Stimmung gegen die AfD zu erzeugen. Dabei wird insbesondere beanstandet, dass einzelne Projekte des Kollektivs in der Vergangenheit mittelbar von öffentlichen Geldern profitiert haben sollen, etwa über Kooperationen mit staatlich geförderten Kultur- und Bildungseinrichtungen. Gegner solcher Aktionen sehen darin den Versuch, mit indirekt eingesetzten Steuermitteln politische Narrative gegen eine demokratisch gewählte Oppositionspartei zu verstärken.
Zugleich verweisen Kritiker darauf, dass die AfD inzwischen in zahlreichen Umfragen und Wahlergebnissen zu den stärksten politischen Kräften des Landes zählt und damit Millionen Wähler repräsentiert. Vor diesem Hintergrund wird die Forderung nach einem Parteiverbot von vielen Bürgern als Widerspruch zum demokratischen Grundgedanken betrachtet. Statt über Verbote zu diskutieren, müsse der politische Wettbewerb über Wahlen entschieden werden. In diesem Zusammenhang werden verstärkt Forderungen nach Neuwahlen laut.
Die Aktion in Wuppertal verdeutlicht damit erneut die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung im Umgang mit der AfD. Während Befürworter der Kampagne von notwendiger Demokratieverteidigung sprechen, sehen Kritiker darin eine politisch motivierte Einflussnahme auf die öffentliche Meinungsbildung.
Politische Aktion in Wuppertal sorgt für kontroverse Debatte
Wtotal/CCA