Jubiläumsausstellung in der Glashalle: Zwei künstlerische Positionen im Dialog

Daniel H/CCA



„Kunst in der Sparkasse“ erreicht 150. Ausgabe mit kontrastreichem Konzept

Die Reihe „Kunst in der Sparkasse“ in Wuppertal erreicht mit ihrer 150. Ausstellung einen markanten Meilenstein. In der Glashalle der Sparkasse treffen derzeit Skulpturen von Felix Baltzer auf großformatige Gemälde von Volker Wevers. Die Gegenüberstellung zweier deutlich unterschiedlicher künstlerischer Ansätze prägt die Ausstellung und eröffnet vielfältige Perspektiven auf Raum, Material und Wahrnehmung.

Bereits die Eröffnung zog großes Interesse auf sich: Rund 300 Besucher nutzten die Gelegenheit, die Ausstellung in einem lebendigen Rahmen zu erleben. Die Glashalle fungierte dabei nicht nur als Präsentationsort, sondern auch als sozialer Raum für Austausch und Begegnung.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Arbeiten von Felix Baltzer, dessen Skulpturen durch ein aufwendiges, schichtweises Verfahren entstehen. In Handarbeit setzt er einzelne Platten zu komplexen Körpern zusammen, die je nach Blickwinkel ihre Wirkung grundlegend verändern. Massive Formen lösen sich bei Bewegung um das Objekt scheinbar auf und entwickeln eine überraschende Leichtigkeit. Einige Werke erschließen ihre Bildinhalte erst aus bestimmten Perspektiven, etwa durch die Andeutung figurativer Motive.

Neben den großformatigen Arbeiten zeigt Baltzer auch filigrane Bronzen, die Naturformen wie Magnolienzweige oder Disteln aufgreifen und in einen neuen Kontext überführen. Ergänzt wird sein Werk durch Cyanotypien, deren abstrakte Strukturen zwischen organischen Bewegungen und kosmischen Assoziationen changieren.

Demgegenüber stehen die Gemälde von Volker Wevers, die sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Farbe, Licht und Raum auszeichnen. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind häufig fotografische Motive, die im Verlauf des Malprozesses zunehmend abstrahiert werden. Die resultierenden Bildräume entziehen sich einer eindeutigen Lesart und erzeugen eine visuelle Dynamik, die sich erst im individuellen Betrachten erschließt.

Für die Präsentation seiner Werke entwickelte Wevers ein digitales Modell der Glashalle, um die Wirkung der Bilder im Raum vorab zu simulieren. Die Anordnung der Arbeiten folgt damit einem präzise geplanten Konzept, das die räumliche Wirkung gezielt einbezieht. Auffällig ist zudem der bewusste Verzicht auf sichtbare Werktitel, um die Interpretation nicht vorzugeben. Die intern vergebenen Titel dienen vielmehr als assoziative Orientierung und spiegeln unterschiedliche Inspirationsquellen wider.

Die kuratorische Entscheidung, beide Künstler gemeinsam zu präsentieren, zielt auf einen produktiven Spannungsraum ab. Während Baltzer physische Körper im Raum formt, erzeugt Wevers auf der Bildfläche vergleichbare Tiefenwirkungen. Diese Gegenüberstellung schafft einen Dialog, der die Wahrnehmung der einzelnen Werke erweitert.

Auch das Rahmenprogramm griff diesen Ansatz auf. Im Rahmen einer moderierten Gesprächsrunde tauschten sich die beteiligten Künstler sowie weitere Gäste aus Kunst und Literatur über kreative Prozesse aus. Ergänzt wurde die Eröffnung durch eine Performance des niederländischen Duos Guda Koster und Frans van Tartwijk, deren als „lebende Skulpturen“ inszenierte Figuren das Publikum in das Ausstellungsgeschehen einbezogen und für unerwartete Momente sorgten.

Die Ausstellung reiht sich in eine langjährige Tradition ein: Seit mehreren Jahrzehnten bietet „Kunst in der Sparkasse“ Künstlern aus der Region eine Plattform und ermöglicht zugleich einen niedrigschwelligen Zugang zur Kunst. Die kontinuierliche Entwicklung der Reihe hat sie zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Wuppertal gemacht.

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