Wuppertal. Die Folgen des Klimawandels hinterlassen im Wuppertaler Baumbestand immer deutlichere Spuren. Seit Jahresbeginn mussten bereits fast 1.000 abgestorbene Stadtbäume gefällt werden. Nach Angaben der Stadt steigt die Zahl weiterhin nahezu täglich. Anhaltende Trockenheit, zunehmende Hitze sowie Krankheiten schwächen zahlreiche Baumarten und machen Fällungen aus Sicherheitsgründen unvermeidbar.
Die Kontrolle des städtischen Baumbestands gehört derzeit zu den wichtigsten Aufgaben der Grünflächenverwaltung. Bei regelmäßigen Begutachtungen werden abgestorbene oder stark geschädigte Bäume identifiziert und kurzfristig entfernt, wenn sie eine Gefahr für den öffentlichen Raum darstellen. Besonders in der Nähe von Spielplätzen, Straßen oder Gehwegen muss die Verkehrssicherheit gewährleistet werden.
Neben der anhaltenden Trockenheit leiden zahlreiche Baumarten unter Krankheiten, die durch die veränderten klimatischen Bedingungen begünstigt werden. Besonders betroffen sind Eschen, deren Kronen durch Pilzbefall geschädigt werden. Im weiteren Verlauf greifen zusätzliche Pilze den Stamm an, wodurch die Standfestigkeit erheblich beeinträchtigt wird und eine Fällung häufig unumgänglich ist.
Auch Buchen, die das Landschaftsbild des Bergischen Landes seit Jahrzehnten prägen, geraten zunehmend unter Druck. Vor allem ältere Exemplare reagieren empfindlich auf die Kombination aus langen Trockenperioden und steigenden Temperaturen. Da sie an das bislang kühlere und feuchtere Klima der Region angepasst sind, verlieren viele Bäume ihre Widerstandskraft und sterben innerhalb kurzer Zeit ab.
Die Veränderungen bleiben auch den Anwohnern nicht verborgen. Vor allem in Straßen mit altem Baumbestand sorgen die zahlreichen Fällungen für Besorgnis. Viele identifizieren sich mit den Bäumen in ihrer unmittelbaren Umgebung, die das Stadtbild prägen, Schatten spenden und an heißen Tagen zur natürlichen Kühlung beitragen. Das Verschwinden langjähriger Alleen verändert das gewohnte Erscheinungsbild ganzer Straßenzüge.
Die Stadtverwaltung verzeichnet deshalb zunehmend Nachfragen und Beschwerden von Anwohnern. Nach Angaben der Verantwortlichen stoßen notwendige Fällungen häufig auf Unverständnis, obwohl sie ausschließlich aus Gründen der Verkehrssicherheit erfolgen. Geschädigte Bäume könnten jederzeit Äste verlieren oder vollständig umstürzen und stellten damit ein erhebliches Risiko für Passanten und den Straßenverkehr dar.
Viele Bürger versuchen, geschwächte Bäume durch regelmäßiges Gießen zu unterstützen. Bei älteren und großen Stadtbäumen zeigt diese Maßnahme jedoch kaum Wirkung. Deren Wurzeln reichen bis in deutlich tiefere Bodenschichten und sind auf Grundwasser angewiesen. Fehlt dort aufgrund langanhaltender Trockenheit ausreichend Wasser, erreicht oberflächliches Gießen die entscheidenden Wurzelbereiche nicht.
Parallel zu den notwendigen Fällungen setzt die Stadt die Nachpflanzung neuer Bäume fort. Dabei werden die Standorte gezielt verbessert, um jungen Bäumen möglichst gute Wachstumsbedingungen zu bieten. In besonders stark versiegelten Bereichen wie der Elberfelder Fußgängerzone kommen zusätzlich unterirdische Bewässerungssysteme zum Einsatz, die eine gleichmäßigere Wasserversorgung ermöglichen.
Bei der Auswahl neuer Baumarten richtet sich die Stadt zunehmend auf die veränderten klimatischen Bedingungen aus. Gepflanzt werden unter anderem Europäische Hopfenbuchen, Amberbäume und Esskastanien, die als widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Trockenheit gelten. In Grünanlagen setzt die Stadt außerdem verstärkt auf Walnuss- und Tulpenbäume, um den Baumbestand langfristig an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Klimawandel setzt Wuppertals Stadtbäumen massiv zu
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