Förderantrag soll Baustart ermöglichen
Das seit Jahren geplante Wohnungsbauprojekt der Eisenbahn-Bauverein Genossenschaft Elberfeld (EBV) im Norden Vohwinkels soll einen neuen Anlauf nehmen. Nach zahlreichen Verzögerungen rechnet die Genossenschaft damit, die Umsetzung im kommenden Jahr voranzubringen. Voraussetzung ist allerdings die Bewilligung eines neuen Förderantrags.
Das Vorhaben an der Nathrather und Memeler Straße befindet sich bereits seit knapp einem Jahrzehnt in der Planung. Der ursprünglich vorgesehene Abriss der bestehenden Gebäude und der anschließende Neubau konnten bislang nicht umgesetzt werden. Gestiegene Anforderungen an den Klimaschutz, höhere Baukosten, zusätzliche Auflagen und der zwischenzeitliche Wegfall von Fördermitteln hatten die Kalkulation und den Zeitplan grundlegend verändert.
Bei einer Sitzung der Bezirksvertretung Vohwinkel informierte EBV-Vorstandsvorsitzende Anette Gericke über den aktuellen Stand. Einen Zuwendungsbescheid für die beantragte Förderung gibt es demnach bislang noch nicht. Die Genossenschaft hat ihre Planung überarbeitet und eine Förderung im Rahmen der Quartiersförderung beantragt. Bei einer Bewilligung könnte die Umsetzung nach dem Abriss der bisherigen Gebäude im Jahr 2027 beginnen.
104 Wohnungen in mehreren Bauabschnitten
Der erste und zweite Bauabschnitt umfasst Gebäude, die bereits seit längerer Zeit leer stehen. Für die früheren Bewohner konnten nach Angaben der EBV einvernehmliche Lösungen gefunden und Ersatzwohnungen vermittelt werden. Wegen der langen Verzögerung ist der Genossenschaft inzwischen ein erheblicher Mietausfall entstanden. Dieser wird auf rund eine Million Euro beziffert.
Die ursprünglich mit etwa 27 Millionen Euro kalkulierten Baukosten sind inzwischen auf rund 47 Millionen Euro gestiegen. Trotz dieser Entwicklung hält die EBV an ihrem Vorhaben fest. Insgesamt sind 104 Wohnungen vorgesehen. Rund 80 Prozent davon sollen als Sozialwohnungen entstehen. Damit will die Genossenschaft einen wesentlichen Anteil preisgebundenen und damit bezahlbaren Wohnraums im Vohwinkeler Norden schaffen.
Nach den derzeitigen Planungen könnte die Baustelleneinrichtung im dritten Quartal 2027 erfolgen. Die Fertigstellung der ersten beiden Bauabschnitte ist für Ende 2029 vorgesehen.
Eine besondere Bedeutung kommt dem dritten Bauabschnitt zu. In den dort noch bewohnten Häusern sollen die Mieter nach Möglichkeit in die neu errichteten Wohnungen des ersten Bauabschnitts wechseln können. Anschließend soll auch dieser Teil des Projekts möglichst zeitnah realisiert werden. Abhängig vom weiteren Baufortschritt wird zudem geprüft, ob die Arbeiten in diesem Bereich erst nach der Bundesgartenschau 2031 umgesetzt werden.
Abstimmung mit dem Lokschuppen-Areal
Eine zentrale Herausforderung ergibt sich aus der unmittelbaren Nachbarschaft zum geplanten Buga-Areal am Lokschuppen. Die Clees Gruppe plant dort rund 500 weitere Wohnungen sowie eine Parklandschaft, die während der Bundesgartenschau genutzt werden soll.
Beide Projekte sind bei ihrer Erschließung auf die Nathrather Straße angewiesen. Deshalb müssen die Bauabläufe eng aufeinander abgestimmt werden. Nach Angaben der Buga gGmbH befinden sich die Beteiligten bereits in engem Austausch. Das Lokschuppen-Projekt liege derzeit im vorgesehenen Zeitplan.
In der Bezirksvertretung wird der geplante zusätzliche Wohnraum grundsätzlich positiv bewertet. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die Vielzahl der Bauvorhaben das Vohwinkeler Quartier in den kommenden Jahren erheblich beanspruchen wird.
Historische Fassadengestaltung bleibt erhalten
Am Abriss der bestehenden Gebäude hält die EBV fest. Eine Sanierung sei wegen des schlechten baulichen Zustands sowohl aus technischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll. Stattdessen soll durch eine Rekonstruktion zumindest das äußere Erscheinungsbild an der Memeler Straße bewahrt werden.
Die ursprüngliche Fassadengestaltung soll dabei wiederhergestellt werden. Damit reagiert die Planung auf die städtischen Vorgaben zum Umgang mit dem stadtbildprägenden genossenschaftlichen Wohnungsbau aus den 1930er-Jahren. Der historische Charakter der Gebäude soll trotz des Neubaus an dieser Stelle sichtbar bleiben.
Die EBV wurde 1898 gegründet. Die Genossenschaft zählt rund 3200 Mitglieder und verfügt über etwa 2300 Wohnungen. Damit ist sie die größte Wohnungsbaugenossenschaft in Wuppertal. In Vohwinkel besitzt sie mehr als 500 Wohnungen.
Neubeginn für das EBV-Wohnprojekt im Vohwinkeler Norden
Daniel H/CCA